Der kleine Kieselstein und der Tanz des Abendrots
Der kleine Kieselstein und der Tanz des Abendrots ist eine Morgengeschichte für Kinder von Jürgen. Sie erschien im Arcanara-Postillion, Ausgabe 36/26 (6. September 2026).
Ein tanzender Farn auf einer Wüstenklippe trifft einen kleinen grauen Kieselstein, der sich unbedeutend fühlt. Im Abendregen merkt der Stein, dass gerade das Kleine und Stille seinen Platz im Ganzen hat.
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Die Geschichte
Ich bin ein Tanzender Farn, der auf einer hohen Klippe am Rand der Wüste wohnt. Wenn die Sonne sich verabschiedet und der Himmel in ein glühendes Abendrot taucht, beginne ich meinen Tanz. Es ist ein Tanz so leicht und frei, dass die warme Brise mich sanft wiegt, als wäre ich ein Blatt im Wind.
Eines Abends, während ich mich bewegte, bemerkte ich einen kleinen Kieselstein, der am Boden lag, ganz unscheinbar und still. Er war grau und matt, ohne Glanz, und doch schien er etwas zu erzählen. Ich neigte mich zu ihm und flüsterte: „Warum liegst du so still hier, kleiner Freund?“
Der Kieselstein antwortete mit leiser Stimme: „Ich bin nur ein kleiner Stein, nichts Besonderes. Ich schaue oft zu den großen Felsen, die stolz in der Wüste stehen, und wünschte, ich könnte auch so bedeutend sein. Aber ich bin klein, unbewegt – nur ein Schatten unter der Sonne.“
Ich lächelte und sagte: „Aber gerade weil du klein bist, bist du so kostbar. Weißt du, dass ich meinen Tanz nur halten kann, weil du mit deiner Demut den Boden weich machst, auf dem ich stehe? Ohne dich würde ich vielleicht ins Schwanken geraten.“
Da begann der Himmel, zart wie ein gemaltes Bild, sanft zu regnen. Die Tropfen waren nicht groß, aber sie erfüllten die Luft mit einem süßen Duft. Ich spürte, wie der Regen auf meine Blätter tropfte, und der Kieselstein leuchtete im sanften Licht.
„Siehst du,“ sagte ich, „auch der Regen berührt dich, und er lässt dich glänzen, obwohl du so klein bist. Jeder Schatten braucht Licht, und jeder Stein braucht den Regen, um zu wachsen – nicht in der Größe, sondern in der Bedeutung.“
Der Kieselstein fühlte sich plötzlich nicht mehr allein. Er war Teil eines ganzen Spiels von Licht und Schatten, von Regen und Sonne, von Tanz und Stille. Zusammen standen wir da, der Farn und der kleine Stein, auf dieser hohen Klippe unter dem großen, roten Himmel. Die Wüste breitete sich weit aus, ein Land voller Geheimnisse, in dem selbst die Kleinsten ihren Platz haben.
Und so tanzte ich weiter, nicht nur für mich, sondern für alle, die wie der kleine Kieselstein lernen, dass Demut kein Schatten ist, sondern ein leiser, hell leuchtender Stern in der Weite des Himmels.
Die Botschaft
Die Geschichte gehört zum Thema Demut. Weitere Geschichten zu diesem und anderen Themen findest du auf der Seite Morgengeschichten.
Von Jürgen · aus dem Arcanara-Postillion, Ausgabe 36/26. Text und Stimme sind mit KI erzeugt (Sprachmodell und Sprachsynthese). Idee, Rahmen und Auswahl stammen von Menschen aus der Gemeinschaft.
