Kartoffeln, Möhren und Äpfel einlagern — wie es die Großmutter machte
Einlagern ist die stillste Art, Vorräte für den Winter aufzuheben: Man verarbeitet nichts, man legt die Ernte nur so hin, dass sie bis zum Frühjahr schläft. Kartoffeln, Möhren und Äpfel brauchen dafür dreierlei: kühl, dunkel und nicht zu trocken.
Diese Seite gehört zur Reihe Ahnenwissen — Was die Großmutter noch wusste von Arcanara.
Das Video
In Folge 4 zeigt unsere Großmutter, wie sie ihren Keller für den Winter füllte (gut 2 Minuten). Das Video erscheint am Dienstag, 10. November 2026, um 19:30 Uhr.
Direkt auf YouTube: https://www.youtube.com/watch?v=2CHDH_npqKI
Alle Folgen der Reihe: Playlist „Ahnenwissen"
Die drei Regeln
- Kühl. Im Naturkeller mit Lehmboden hatte es im Winter nur wenige Grad. Bei Wärme keimen Kartoffeln, Möhren werden weich, Äpfel reifen nach und werden mehlig.
- Dunkel. Vor allem Kartoffeln brauchen Dunkelheit. Am Licht werden sie grün.
- Nicht zu trocken. Im Lehmkeller blieb die Luft feucht. In trockener Luft verlieren Möhren und Äpfel Wasser und schrumpeln.
Kartoffeln
- Locker in eine Holzhorde oder eine Lattenkiste schütten, damit Luft herankommt.
- Immer im Dunkeln lagern.
- Grüne Stellen großzügig wegschneiden, bevor die Kartoffeln in den Topf kommen.
Ohne Keller: die Erdmiete
Wer keinen Keller hatte, grub im Garten eine Erdmiete: eine flache Grube, mit Stroh ausgelegt, darin die Kartoffeln, darüber wieder Stroh und Erde. So lagen sie geschützt vor Frost und Licht bis zum Frühjahr.
Möhren
Möhren mögen es feucht. Die Großmutter drehte das Grün ab und legte sie lagenweise in eine Kiste mit feuchtem Sand. So bleiben sie knackig und schrumpeln nicht.
Äpfel
- Einzeln auf ein Regal oder eine Horde legen, so dass sich keiner berührt.
- Nur die schönen nehmen, ohne Druckstellen. Angeschlagene Äpfel lieber gleich verarbeiten, zum Beispiel dörren.
- Nie neben die Kartoffeln. Äpfel geben ein Reifegas ab, und die Kartoffeln fangen dann schneller an zu keimen.
Der Rundgang
Einmal in der Woche ging die Großmutter mit dem Korb durch den Keller. Was weich wurde oder faulte, kam sofort heraus. Denn ein fauler Apfel steckt die anderen an.
Heute
Es geht noch genauso: ein kühler Kellerraum, ein Kartoffelsack, der Luft durchlässt und kein Licht, und eine Kiste mit Sand für die Möhren. Nur eines muss man selbst mitbringen: die Kiste auch wieder öffnen. Eine vergessene Sandkiste ist der einzige Vorrat, der nichts nützt.
Siehe auch
- Sauerkraut — wie es die Großmutter machte (Ahnenwissen, Folge 1)
- Äpfel dörren — wie es die Großmutter machte (Ahnenwissen, Folge 2)
- Rezepte aus dem Postillion
Teil der Reihe Ahnenwissen von Arcanara. Die Bilder im Video sind KI-generierte Zeichnungen.
